| Uferbau Konzertreise mit einer Matinee beendet
Natalie F. Manach
Miguel Guldimann (Gitarre) Sujay Bobade (Bansuri) und Raghavendra Kulkarni (Tabla) beendeten ihre Konzertreise mit grossem Erfolg an der sonntäglichen Matinee im Uferbau. „Es muss mit sechs Jahren gewesen sein, als ich zum Pinkeln etwas gepfiffen habe, was nach Mozart tönte. Von da an war für mich klar, dass Musik ein Teil von mir ist.“ Nach dieser Erkenntnis widmet sich Guldimann der Gitarre, mit welcher er sich auf ein Reise von multikulturellen Klängen begibt. Dabei trifft er unter anderem auf zwei klassisch ausgebildete indische Musiker, die sich mit ihm zusammen zu einem Trio formieren. Das Resultat der Zusammenarbeit, nämlich traditionelle Tonabfolgen, die sich zwischen indischer – und klassischer Gitarrenmusik bewegen, rezipiert das zahlreich erschienene Publikum mit grosser Faszination.
Höchste Virtuosität
Auf einer kleinen Bühne sitzen die drei Musiker, ihre Instrumente im Schneidersitz haltend. Das flötenähnliche Instrument, die so genannte Bansuri, beginnt mit sonoren Melodien und die Gitarre nimmt die Motive in ihrer fragilen Art wieder auf. Die Tabla, eine Kesselpauke aus dem orientalischen Raum, scheint primär als Rhythmusinstrument, das die Basslinie führt, zu dienen. Umso mehr erstaunt es, als Kulkarni in seinem Solopart rhythmische Kombinationen, mit dem Sprechgesang vergleichbar, vorspricht und mit der Tabla identisch wiedergibt. Der mnemotechnische Aufwand ist dabei sehr hoch und die musikalische Umsetzung erfordert höchste Virtuosität. Kulkarni kann sich eine Struktur bis zu 16 Schlägen einprägen und lässt seine Finger mit einer zunehmend grösseren Geschwindigkeit über die Tabla gleiten. Gitarre und Flöte umschreiben die Rhythmuskunst mit eingängigen Melodien.
Weiter folgt eine beschwingte Komposition betitelt „Rio de Soletta“, die wie der Name sagt, auch in Solothurn entstanden ist. Hier hat die Gitarre die Hauptstimme, wobei die beiden Inder, stets in einer meditativen Haltung, abwechslungsweise mit improvisierten Tonfolgen einstimmen. Miguel Guldimann verdankt den reifen Kompositions- und Improvisationsstil einem Aufenthalt auf dem „Monte de Silencio“(eine Einsiedelei) in Spanien. Dort hat er einerseits die Entscheidung getroffen, auf Tourneen zu gehen und hat sich andererseits dessen Namen bedient, um seine neue CD „Monte de Silencio“ zu taufen.
Zum Schluss spielt das Trio eine heiteres Stück, das den Zuhörer im weiteren Tagesverlauf begleiten sollen: „Dia claro“ lautet der Titel – und mit einem ebenso „applausus clarus“ antwortet das Publikum. 
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